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über die cd
Mit strokes initiierte Maria Frodl ein Konzert- und CD-Projekt, das zeitgenössische Musik und neue Spieltechniken am Violoncello ausloten möchte. Der Einladung, sich mit der Vielfalt spezifisch klanglicher und perkussiver Möglichkeiten des Solocellos auseinander zu setzen, folgten die österreichischen Komponisten Roland Freisitzer, Thomas Heinisch, Fritz Keil und Alexander Wagendristel mit großem Engagement.

Der Dialog zwischen Komponisten und Instrumentalistin begleitete einen intensiven Arbeitsprozess, aus dem sehr unterschiedliche Solostücke hervorgingen, die sich rund um den energetisch pulsierenden Canto des englischen Komponisten Giles Swayne versammeln. So versuchen sowohl die einzelnen Kompositionen als auch die gesamte Programmfolge so heterogen wie ambitioniert den Bogen von prägnanter Rhythmik über vielschichtige Klangschattierungen bis hin zu neuen spieltechnischen Herausforderungen zu spannen. – Zweifellos: Das gängige romantische Klangideal des Cellos wird hier unsentimental bis humorvoll konterkariert, die Mehrdeutigkeit seiner Begrifflichkeiten umspielt strokes gewandt. Turnen sich doch darüber behände Col legno- und Pizzicato-Passagen, rhythmische Pattern, Mehrklänge, Flageoletts, hand claps, ja sogar ein Steppschuh und vier Fingerhüte hinweg. Als könnten so Raum und Zeit durchmessen werden, als vermöge unser Lauschen auf leisen Sohlen federleicht hinterher zu fliegen.

Mithin laden fünf Komponisten, eine Cellistin und viel Spielfreude in faszinierende Klangräume sowie dazu ein, allzu elegische Klischees ein wenig hinter sich, hingegen flinken Fingern, ihrem Tappen und Huschen, dem Aufflattern, Picken und Schnarren der Töne flüsterleise ins Labyrinth der Gehörschnecke zu folgen. Dann wieder der Wucht standzuhalten, wilder Streichwut, dem Klopfen und Schläge(r)n im Unterholz, einsamen Kantilenen – kurzum vom Bogen- und Funkenflug mitgerissen, sich umspielen und von polyphon-polymorphen strokes unmerklich einspinnen zu lassen…

hörbeispiele
alle mp3, 128 kbp/s, 2 minuten, ca. 1,9 mb

sweet suit preload ( Alexander Wagendristel)
nachtstück (Thomas Heinisch)
freddie freeloader [false start] air a m (Fritz Keil)

maria frodl
Geboren 1965 in Graz; Violoncellostudium an den Musikuniversitäten Graz u. Wien, Mag. art. 1995 Würdigungspreis des BM für Wissenschaft, Forschung u. Kunst.
Orchestertätigkeit: RSO Wien, Wiener Kammerphilharmonie u.a., seit 1995 Solocellistin der Vereinigten Bühnen Wien.
Kammermusikalische Tätigkeit: Austrian Art Ensemble, Trio Con Anima, Cellivio, Triosphére, Ensemble Reconsil u.a., Mitbegründerin des „böszen salonorchesters“.
Live acts & Studio Produktionen u. a. mit Carl Davis, Marie-Therèse Escribano, Franz Hautzinger, Monika Trotz, Ingrid Oberkanins, Ulli Soyka, Cordula Bösze; Popmusikproduktionen. Zahlreiche Konzertreisen in Europa, USA, Asien und Afrika, Rundfunk- und Fernsehauftritte; CD-Produktionen.
Special: Mizzi Sägewerk an der singenden Säge.