karin vejvar-sandler / abstracts
featuring harald koelbl (komposition)
14.9.-30.9.2006
vernissage 14.9.2006, 19.00, live-performance harald koelbl 4 (thomas berghammer: trompete/flügelhorn, harald koelbl: klarinette/altsax, josef novotny: keyboards, tibor kövesdi: bass), eröffnung: christian eder
finissage 30.9.2006, 17.00, live-mix: jean jacques pitralon
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abstracts
drei bildserien, drei musikstücke: korrespondierend zu den ausgewählten drei typen von bildern spielen die harald koelbl 4 drei kompositionen. „abstracts“: dieser titel ist dem komponisten eingefallen, und er ist (im bezug auf die ausgestellten bilder) nicht nur allgemein im kunstgeschichtlichen sinn (kandinsky, malewitsch, abstrakter expressionismus), sondern (im bezug auf die musikstücke wie die bilder) auch in anlehnung an den wissenschaftsbetrieb gemeint. das, was wichtig ist an einer wissenschaftlichen oder künstlerischen arbeit, knapp und bündig dargeboten: auszugsweise, abrissartig, zusammenfassend werden bilder und musik präsentiert. was aber ist dem komponisten, was ist der künstlerin wichtig? karin vejvar-sandler hat sich bei all ihren musikalisch-improvisatorischen neigungen fürs bildermachen entschieden; harald koelbl hat sich bei aller neigung zur bilderproduktion fürs komponieren und musikmachen entschieden.
bisher gab es keine vernissage von ihren arbeiten ohne musik. so verschieden die soundtracks (wiener lieder, nächtliche froschkonzerte im tropischen regenwald, stücke von fennesz/kurzmann und efzeg usw.), so verschieden die bilder. das gemeinsame jeweils ist das interesse der künstlerin, wie sie es nennt, an einer „musikalisierung der wahrnehmung“. eine vielleicht, das weiß sie, „vermessene idee“: „ich möchte bilder machen, die den betrachter in den zustand versetzen, den ich habe, wenn ich sie anfertige. das wichtigste dabei: ein leerer kopf, ein assoziationsfreier blick. musik ist bewegung, ständige veränderung. meine bilder sollen so sein, dass man das gefühl hat, wenn man einen moment wegsieht, könnten sie beim wiederhinsehen ganz anders aussehen. ich finde, dass diese absicht besonders gut herauskommt, wenn man die bilder mit musik – mit der ‚richtigen‘ musik – anschaut.“ aber auch ohne die „richtige musik“ wäre es wohl möglich, an ihren arbeiten das zu sehen, was sie daran interessiert, nämlich „das transitorische im bild – die dinge in bewegung und im übergang befindlich. ein muster wird durchgezogen, aber nicht streng, sondern es verändert sich.“
das erste stück von harald koelbl gehört zur monochromen bilderserie mit den eher linearen strukturen – „mich faszinieren strukturen, netz- oder gitterartige strukturen, überlagerungen dieser strukturen; je dichter, desto besser“ (kvs). das zweite stück korreliert mit den farbigen, flächigen arbeiten – „die grafischen und die expressiveren bilder sind seismografisch. etwas wird aufgezeichnet, aber nicht interpretiert, höchstens in eine gewisse form und ordnung gebracht“ (kvs). das dritte entspricht in gewisser weise den der leinwand entkleideten drahtkonstruktionen: der rahmen, bemalt, das stützkreuz um die kreuzform erleichtert, die nägelchen, nicht more geometrico eingeschlagen, aber doch in einem gewissen abstand angebracht, der draht, auf den „inneren klang“ hörend (kandinsky) gespannt und geknüpft – „der übergang interessiert mich, der feine, unmerkliche übergang von der zweidimensionalität der bildoberfläche zur dreidimensionalität des raumes. als könnte man beobachten, wie aus fläche raum wird, als hätte ich den moment gefunden, in dem es ganz langsam vor sich geht und nachvollziehbar wird“ (kvs). alle drei musikstücke haben mit strawinsky, einem der komponisten-lieblinge von harald koelbl, zu tun – wir wollen das als einladung auffassen, vom bescheid- oder gar besserwissen urlaub zu nehmen und den fröhlichen ptolemäer in uns auferstehen zu lassen, der seinen sinnen traut.
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karin vejvar-sandler
geboren 1968, von der musik her kommend, seit 1998 konzentration auf die malerei, autodidakt, lebt in wien
ausstellungen
1998 - kulturschmiede, wien
1999 - korn/ferry international, wien; atelier olbrich-haus, st. pölten
2000 - atelier olbrich-haus, st. pölten
2002 - soundgallery ares tower, wien