zurück zur startseite

alfred hruschka / zwischen hier und dort

3.3.-29.3.2005, Vernissage 3.3.2005, 19.00

ausstellung - alfred hruschka - einzelausstellungen - ausstellungsbeteiligungen

über die ausstellung
das, was bei alfred hruschka zum bild wird, ist die begegnung mit dem material. "nicht der künstler, sondern sein instrument und sein material sollen das bild bestimmen", sagt kandinsky.

bei hruschka sind es gewebestoffe, naturfasern, wie sackleinen, die - aus dem kreislauf der waren herausgerissen - im wechselspiel von verhüllen und offenlegen, träger neuer sehfelder werden. die auseinandersetzung mit dem ausgangsmaterial seiner bild-objekte avanciert dabei vor allem auch zum prozessualen akt: im intimen verhältnis zum gewebestoff - der ihm schon als kind in der schneiderwerkstätte seiner mutter begegnete - zerschneidet, reißt, näht, klebt, bindet, flickt der künstler behutsam diesen "rohstoff", um ihn dann in formgebende bahnen zu lenken. das material ist zugleich immer auch als bedeutungsträger relevant. dass hruschka einen natürlichen rohstoff verwendet, ist ebenso wie die art der herstellung ausdruck einer konzeption, bei der die relativierung des anspruchs des künstlers alleiniger schöpfer des werkes zu sein, auftritt. in einer art spurensicherung legt hruschka die gestaltwerdung seiner bildobjekte selbst offen. das material wird vom künstler als medium benutzt, indem er es übermalt, beschichtet, bedeckt, beklebt - das endprodukt stellt die haptischen qualitäten immer heraus. dann wiederum erhöht der diesen "rohstoff", weil er sich seiner (aussage)kraft nicht entziehen kann: bewusst offen gelegte stellen verweisen auf den ursprünglichen zustand und erinnern an das wofür sie bestimmt waren. der gewebestoff wird aus einem vergangenen zusammenhang durch schnitte und übermalung in einen anderen zusammenhang (kunst, kultur) überführt, und beides bleibt im bild-objekt als prozess einer verwandlung, als eine art zwischenzustand beschaubar.

es klingt wohl doch zu oberflächlich, nur feststellen zu wollen, dass hruschkas arbeiten durch den einbezug von materialien wie erde, sand, jute, schnüre oder tücher vom materialverständnis eines antoni tapies, eines alberto burri oder kurt schwitters genährt wäre. "das material ist so unwesentlich wie ich selbst...wesentlich ist das formen..." meint schwitters. "gewissermaßen malte er mit all dem plunder", fiel w. schmalenbach zu schwitters materialbesessenheit ein. dem verständnis der arbeiten hruschkas näher käme vielleicht die aufforderung: in einen zwischenraum eindringen, sich umwenden, vorzusehen, sich der spuren des materials als bedeutungsträger zu vergewissern, aber auch die verwandelte materie wahrzunehmen, zu sehen wie das material, "für sich selber zu uns spricht." (barbara pichler, auszug aus dem künstlerkatalog)

über alfred hruschka
geboren 1950 in Laa/Thaya, Niederösterreich

1956 - als Kind erste Kontakte mit Textilien bei Beschäftigung mit Zeichnen und Malen in der Schneiderwerkstätte der Mutter
1979 - Erlernen der Siebdrucktechnik, Entwürfe für Textilien und Umsetzung mittels Siebdruck
1980 - Begegnung mit Frau Prof. Eva Choung-Fux, welche die Entwicklung des Künstlers unterstützte und förderte
1987 - freischaffend tätig
1987-1991 - Druckexperimente mit Fundstücken wie Eisenteile, Hölzer, Bretter, u.a.
1993 - Aufnahme in den Verband der bildenden Künstler Österreichs
1996 - Motopädagogische Ausbildung

einzelausstellungen
1983 - Siebdrucke auf Stoff, Galerie s’Presshaus, Herrnbaumgarten
1988 -Siebdrucke auf Stoff, Museum für industrielle Arbeitswelt, Steyr; Siebdrucke auf Stoff, Galerie s’Presshaus, Herrnbaumgarten
1990 - Bilder und Holzdrucke, Zukunftswerkstätte, Wien
1992 - Bilder und Holzdrucke, Kulturzentrum Gossam/Melk
1994 - Materialdrucke auf Stoff, Zukunftswerkstätte, Wien
1995 - Materialdrucke auf Stoff, Anifer Kulturkreis, Salzburg; Bilder, Zukunftswerkstätte, Wien
1997 - Spurensuche - Bilder mit Erde und Sand, Bürgerspital Laa/Thaya
2002 - Neue Arbeiten, Institut für Publizistik, Universität Wien

Ausstellungsbeteiligungen
1985 - Siebdrucke auf Stoff, Barockschlössl Mistelbach
1993 - Verbinden-Verbunden - Arbeiten von tschechischen und österreichischen Künstlern, Burgruine Falkenstein; Märchen, Mythen, Sagen, Schrattenthal/Retz
1994 - Stoffbilder und Objekte, Burgruine Gossam/Melk
1999 - Bilder, Internationale Kunstausstellung Kongresshaus Zürich
2000 - Bilder und Objekte, Galerie Kleiner Prinz, Baden-Baden (D); Bilder und Objekte, Galerie Böhner, Mannheim (D); Bilder und Objekte, Galerie Kleiner Prinz, Konstanz (D)
2002 - Neue Arbeiten, Galerie im Neuen Kanzler Eck, Kurfürstendamm; Neue Arbeiten, Int. Kunstausstellung, Kongresshaus Zürich